Puh, endlich Alltag.

Dieses Mal (2014) haben wir getrennt Weihnachten verbracht. Ich wollte unbedingt mit meiner Eltern-Geschwisteramilie feiern. Alex auch, zumal unsere Geschwister in der gleichen Stadt wohnen. Einer der beiden anderen wollte nicht 5 Tage zu zweit zuständig bleiben. Da haben wir sie einfach mit zu unserer Familie genommen. Dort hat sie dann mal ein Weihnachten ganz traditionell mit Baum und allem Zinnober erlebt (würden wir zuhause nicht unbedingt so machen). Den Geschenkewahn konnten wir umschiffen, da sie eine kleine Küchenhexe bekommen hat, mit der sie dann den Rest des Abends beschäftigt war. Sie hatte viel Spaß mit ihren Cousins, Cousinen , Omi, Opi, Tante, es war wirklich sehr schön finde ich.
Es hat sich wiedermal ganz selbstverständlich angefühlt, als Co-Eltern zu zweit für sie da zu sein. Schon erstaunlich, dass das immer wieder so ein wichtiges Thema ist.
Das Zurückkommen allerdings war nicht so einfach, da hat es mich mal wieder voll erwischt. Die Anhänglichkeit an ihre Bioeltern ist nach so Reisen immer wieder besonders groß, daran hab ich mich schon gewöhnt, verständlich auch, dass sie dafür sorgt, dass diese nicht wieder tagelang aus ihrem Leben verschwinden. Dazu kam noch ein fünftägiger Besuch mit einer 3-jährigen Tochter über Silvester. Das war schön für Kiko, aber auch total herausfordernd. Ein anderes Kind, dass gerade dabei ist, zu testen, wo ihre und der anderen grenzen sind. In solchen besonderen Situationen braucht sie scheinbar die ultimative Sicherheit bei der Biomutter. Ich war vollständig abgeschrieben. So stark hatte ich das schon lange nicht mehr erlebt und hatte wieder diese „ich bin abgelehnt“-Gefühle. Selbst unsere Mitbewohner_innen hatten schon starkes Redebedürfnis angemeldet. „Wie gehe ich mit einem Kind um, dass immer alles nur von Yuriko gemacht haben will, ansonsten anfängt zu schreien?“ Wir waren der Meinung, dass sie nun endlich (wurde auch Zeit) in der Trotzphase angekommen sei… wir also „nur“ tief durchatmen müssen.
Wenige Tage später, als wieder Alltag eingekehrt war in unser Leben, war wieder alles ganz normal, als wäre nix gewesen. Wir hatten alle wieder unsere Plätze in ihrem Leben, so wie immer. Puh, endlich Alltag.

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