verschiedene Rollen in der gemely

Mal was für den blog schreiben
ich hab lang nichts geschrieben, wo doch so viel passiert in unserer gemeinsamen Elternschaft. Nach wie vor teilen wir uns zu möglichst gleichen Teilen die Betreuungszeiten, entscheiden gemeinsam und tauschen uns über Fragen und erlebtes aus. Aber etwas hat sich verändert und das hält mich ganz schön auf Trab. Kiko unterscheidet nun viel mehr unter uns vieren. Yuriko ist in bestimmten Situationen die Einzige, bei der sie sein will, z.B beim Einschlafen, beim Aufwachen, natürlich alles rund ums Stillen, aber auch einfach abends, wenns ans Abendritual geht. Wenn yuriko im Raum ist, dann landet kiko früher oder später auf ihrem arm oder Schoß. Heiko kommt dann an zweiter Stelle, da geht sie tendenziell auch in allen Situationen hin, z.B morgens beim Aufwachen oder so.
Bei Alex kann ich das gerade nicht so einschätzen, der war gerade weg, aber es gab Zeiten, da hatte ich das Gefühl, sie ist bei allen anderen lieber als bei mir. Es gab Zeiten, da konnte ich das überhaupt nicht wegstecken, da ist mir das so richtig reingefahren und das hatte mit Kiko dann gar nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit meinem Thema „abgelehnt werden“.
Manche werden vielleicht sagen, das ist alles ganz normal, viele Väter machen einige so Phasen durch wo sie total abgemeldet sind und in gewissem sinn bin ich da ja in einer art Vaterrolle. Ich bin mittlerweile an dem Punkt, wo ich es annehmen kann, dass ich nur für bestimmte Dinge in Kikos Leben dasein kann, z.B. tagsüber zeit miteinander verbringen, spielen, ihr die welt zeigen, sie auch mal füttern, sie tagsüber im Manduka schlafend herumtragen..
Dennoch sind die Situationen, in denen sie schreit, wenn ich sie nur berühre, erschreckend, sie machen mich ratlos. So gerne würde ich ihr meine Liebe und meine Unterstützung in alllen Lebenssituationen schenken und das geht ja anscheinend nicht. Ich habe dann sogar Angst, ich quäle sie, wenn ich sie anfasse und das will ich ja auf keinen Fall.
Ich frage mich also beständig, woran das liegen kann und v.a. Was ich tun kann, denn sowas kann sich ja potentieren, wenn ich verunsichert bin und sie das spürt und so weiter,
Meine Beobachtungen:
wenn ich mit was anderem (z.b. Beruf) sehr absorbiert bin, ist es stärker, ich war von uns allen bisher auch am meisten verreist oder anderweitig vollzeitbeschäftigt. Wenn ich schlecht drauf bin ist es auch doller.
Es ist mir auf jeden Fall klar, dass Yuriko eine viel nähere Beziehung zu ihr hat durch Schwangerschaft, Geburt, Stillen usw. wir haben da ja auch nicht massiv gegengesteuert mit Fläschchen und abpumpen und so, wollten wir nicht. Die Tatsache, dass Xuriko und Heikp ein Paar sind, macht auch was, das merkt Kiko und evtl. gibt’s auch eine verbindung zum leiblichen Vater, die da durchschlägt, dass sie bei ihm mehr Sicherheit hat.
Im Moment denke ich darüber nach, ob es daran liegt, dass sie Angst hat, ich könnte sie ihrer Mutter wegnehmen als zweitmutter. Vielleicht hat es aber auch mit ganz eigenen Themen zu tun von mir, ich wollte ja auch Kinder und es hat nicht geklappt, was sehr schmerzhaft war. Ich hab das zwar losgelassen, sonst könnte ich das so gar nicht, was wir da gerade machen, aber ist das schon ganz verarbeitet? Spielt das da rein, steht das auch zwischen uns Frauen?
Puh ganz schöner Brocken….ich bin dran, was bleibt mir anderes übrig. Jetzt gerade schläft sie, yuriko ist bei Alex, ich passe auf. Das geht!!!!! yeah!

Nachtrag 2 Wochen später: es hat sich einiges entspannt, ich kann es leicher nemen, wenn sie mal nicht bei sein will und sie ist jetzt auch meistens entspannt, wenn cih sie nehme. ich hatte was ausprobiert und glaube, das hat gewirkt. Ich hab ihr erzählt, dass ich auch ein Kind gebären wollte und das es nicht geklappt hat und das das sehr traurig war, aber dass ich sie nicht für mich alleine will, sondern nur mit den anderen zusammen, dass ich sie nicht ihrer mutter wegnehmen will.
Im Moment ist sie übrigens total heiko-fixiert, es ist eben immer wieder anders, jeden tag.

3 Gedanken zu „verschiedene Rollen in der gemely“

  1. Hallo Ihr,
    ich erlebe es hier auch so, dass das Kind unterschiedliche Präferenzen hat. Und bei uns ist es so, dass alle außer mir immer auch mal weg sind. Ich glaube das führt dazu, dass es, wenn es für das Kind existenziell ist, es immer zu mir will. Das ist manchmal ganz schön (oh ich bin unersätzlich ;-)) und manchzmal echt nervig (oh nee es sind doch genug andere da, warum will es nur(!) zu mir.
    Und ich teile auch deine beobachtung, dass es was auch ausmacht, wenn eltern auch ein paar sind.
    was ich sehr schön finde ist, dass das Kind ein sehr großes vertrauen zu 4 erwachsenen entwickelt hat und es auch weiß, wo es was am besten bekommt ;-). Zb. sagt es neulich: gut , dass ich jetzt keinen splitter habe, den … ist ja gerade nicht da und die kann das am besten raus machen.
    und mit der eigenen roll zurecht zu kommen, alte ängste und verletzungen anzusehen – da kommt mensch bei einem intensiven leben mit kind m.e. nicht herum.
    liebe grüße

  2. hey beya,
    es tut so gut zu lesen, dass dein/euer kind zu mehreren erwachsenen großes vertrauen entwickelt hat! das ist ja meine große hoffnung, dass sich das hier auch so entwickelt.
    und ich bin mal gespannt, wie sich das hier verändert, wenn ich dann auch mal wieder anfange, ohne kiko unterwegs zu sein (könnte ausbildungsbedingt ab november so sein…wenn ich es denn hinkriege, bis dahin abzustillen.)
    schön, von dir/euch zu lesen! yuriko

  3. Hallo ihr Lieben,

    zunächst: ich lese Euren Blog regelmäßig und finde es sehr spannend und aufregend die Entwicklung des kleinen Menschenkindes durch Eure Ausführungen teilen zu können. Ich selber habe eine kleine Tochter. Wir leben in einem „herkömmlichen“ Mutter- Vater- Kind- Model und selbst bei uns (wo nur zwei Elternteile die Hauptbezugspersonen sind) entstehen in ziemlich regelmäßigen Abständen absolute Präferenzen. Zeitweise ist sie nur auf „Papa- Papa“ und dann ist es auch wieder nur „Mama- Mama“- und der jeweils Andere ist vollkommen abgeschrieben. Was ich damit sagen möchte- vielleicht gehört ein solches Nähe/Distanz ausloten ja ganz entwicklungsgemäß dazu?!? Dass das schwierig und auch schmerzhaft ist kann ich absolut nachvollziehen (empfinde ich in solchen Momenten genauso). Da bleibt die Aufgabe auf sich zu achten und sich bewusst zu machen, dass das die eigenen Päckchen sind die da zum Zug kommen.

    Vielen Dank für euren wertvollen und offenen Blog.

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