Kleinfamilie spielen

In den letzten Tagen haben Heiko, Kiko und ich zur Abwechslung mal ein bisschen Kleinfamilie gespielt. Emma war am ersten Weihnachtstag zu ihrer Familie aufgebrochen, und A-lex hatte das auch vor, hat sich dann jedoch mit einer dollen Mittelohrentzündung auf selbige gelegt und war für einige Tage im Bauwagen verschwunden. Und Joel war mit Vorbereitungen für eine große Reise beschäftigt – aber sie hat Kiko trotzdem zwischendurch mal bespaßt, insofern stimmt das mit der Kleinfamilie nicht ganz. Und wir leben ja eh in einer Gruppe, und dann gab es noch diversen Besuch, also na jut, wir waren halt gefühlt ne Kleinfamilie, objektiv betrachtet vermutlich aber noch weit davon entfernt.
Aber dennoch hatte ich mal die Gelegenheit zu spüren, wie das wohl wäre, alles mehr oder weniger klassischerweise zu zweit zu regeln.
Zunächst fand ich das, ehrlich gesagt, entspannend. Mehr Bezugspersonen bedeuten auch, die Bedürfnisse mehrerer Personen im Blick zu behalten, mit mehreren Leuten Absprachen zu treffen und sich auf mehr Leute emotional einzustellen. Das strengt mich tatsächlich manchmal ziemlich an.
Außerdem führe ich ja mit Heiko eine Liebesbeziehung, und mir gefiel die Aussicht darauf, mal wieder mehrere Tage stärker aufeinander bezogen zu sein und ein paar Nächte in Folge gemeinsam zu verbringen. Allerletzteres (also das mit den Nächten) war auch wirklich schön. In der vierten Nacht waren wir dann allerdings beide so müde, dass Heiko Kikos Gequake meistens überschlafen hat und ich ganz schön genervt war.
Angestrengt war ich trotzdem immer mal wieder, weil Klein-Kiko natürlich auch Bedürfnisse und Emotionen hat. Sogar sehr unmittelbare, die sich oft nicht aufschieben lassen. Und irgendwie war die Nähe zu Heiko dann auch nicht öfter als sonst, weil viel Orga und Reproduktion war – wer kocht uns was, wer spült, wer kümmert sich um Kikos Bauchweh, undsoweiter. Ganz allein zu zweit, ohne Kiko, hatten wir gar nicht.
Und trotzdem war’s auch schön. Kuscheln zu dritt zum Beispiel. Das mache ich mit den anderen Eltern (bisher) nicht. Mit denen ist es vertraut und freundschaftlich, aber das Kuscheln bringt nochmal eine andere Ebene rein, die, glaube ich, es für A-lex und Emma auch nochmal anders macht, wenn sie allein mit Kiko sind.
Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, als Emma wieder nach Hause gekommen ist. Und freu mich auch jetzt schon drauf, wenn A-lex nicht mehr auf seinen Ohren liegen muss. Und wenn dann die ganzen Feiertage endlich vorbei sind, und wir wieder alle zusammen Gemely-Alltag machen werden – und ist das nicht cool, dass ich unsern Alltag mag?

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