es wird ernst

Es sind noch 7 Wochen bis zum Geburtstermin und das Baby kann ja auch schon vorher kommen. Bei mir sickert es so langsam durch, dass es nun doch ganz konkret wird. In letzter Zeit haben wir uns öfters getroffen und drüber gesprochen, was wir noch alles brauchen und tun müssen, wie wir uns die Geburt wünschen. Wir waren auch fast alle von der Gruppe da, als die Hebamme die Geburt durchgesprochen hat. Mit Yuriko habe ich die geschenkten Babysachen durchsortiert. Ich hab ja wirklich überhaupt keine Ahnung, was so ein Baby anzieht. Wir haben die allzu rosa-hellblau-berüschten Sachen aussortiert und die, die uns echt unpraktisch erschienen. Ist ja ein ganzer Zoo von kleinen Tieren, der da auf den Babyklamotten rumläuft (Mäuse, Bären, Elefanten, Wale, Schildkröten, Nilpferde, Dinos, Käfer, Bienen …) Zum Glück hat Yuriko schon Erfahrung mit Babys und demnächst schauen wir uns mal die gesammelten Kindersachen der Gemeinschaft an, was wir noch brauchen. Echt toll, dass wir uns das nicht kaufen müssen. Noch können wir alles an einem Ort lagern, da ja nach der Geburt erstmal alle zusammen im Haus bleiben. Aber später brauchen wir dann Klamottendepots im Haus und in unseren Bawagen, Wow!
In den letzten Tagen merke ich erst richtig, was auf mich zukommt. Ich bin ja nicht schwanger und hab das Lebewesen immer in mir. Für mich gibt es immer noch ein Schupfloch, zu denken, „dass ich dann halt mal schauen kann und so“ … aber nein, es ist ganz anders! Sobald das baby da ist, wird sich mein Leben genauso verändern, wie es sich für die biologischen Eltern verändert und zwar radikal. Ich werde mich ebenso fokussieren müssen, wie sie, um noch alles auf die Reihe zu kriegen und wahrscheinlich kann ich auch nicht mehr so viel arbeiten wie vorher und reicht dann das Geld für alle? Ehrlich gesagt wünsche ich mir auch so eine Art Elternzeit, also den Freiraum von den Anderen mitgetragen zu werden, wenn ich mich ums Kind kümmere. Kommt mir aber irgendwie unzulässig vor, sich sowas zu wünschen. Bin da vielleicht auch noch so ganz tradtionell geprägt. Die Vorstellung ein Kind zu gebären, und dann am Anfang einfach nur Mutter zu sein, fände ich schön. Nun ist es ja nicht mein Kind, aber ich möchte ja in die möglichst gleichwertige Elternrolle eintauchen und soll aber gleichzeitig weiter genauso für mich sorgen wie vorher. Hört sich erstmal nach Stress an.
Übers Ökonomische haben wir auch schon gesprochen. Gemeinsame Ökonomie wünschen sich viele in der Gruppe , aber nicht alle und das WIE ist auch noch nicht geklärt. Aber bei geteilter Elternschaft macht es so wenig Sinn, getrennt zu wirtschaften. Wenn einer offiziell Elternzeit macht, die Mutter durchs Stillen weniger arbeiten kann und ich auch weniger arbeite, als sonst, sollen dann die anderen 2 das Geld ransschaffen und wollen sie das überhaupt? Die wollen ja auch Kindzeit haben und dafür andere Geld verdienen lassen. Also irgendwie funktioniert das noch nicht, zumindest nicht in meinem Kopf. Die meisten Eltern haben ja ein ziemlich stressiges Leben und wir erhoffen uns ja da irgendwie schon was anderes, weil wir die Zeit teilen … also im Moment hab ich schon Angst vor Stress, aber das liegt vielleicht auch an meiner gesundheitlichen Situation, die mich eh einschränkt (bin seit 1,5 jahren mit Borreliose beschäftigt)
Achja und das „Brusternährungsset….sollen wir das wirklich ausprobieren? Also so ein Gerät, mit dem das Kind dann an andern Brüsten saugen kann und dabei vorher abgesaugte Muttermilch bekommt. Das fühlt sich in Bezug auf meine Brüste wie Kaltstart an, so ohne Schwangerschaft und all die körperlichen Veränderungen plötzlich ein Kind an meinen Brüsten saugen zu lassen. Kann ja sogar sein, dass dann eigene Milch kommt…. Wär schon cool, so eine Art Stillerfahrung machen zu können für mich und auch für das Kind … aber das wissen wir jetzt sowieso nicht, wie das mit dem Stillen und Abpumpen und so funktionieren wird. Aber ich würde mich da über diesbezügliche Erfahrungsberichte schon freuen.

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