Kaltstart zur Stillmama

eigentlich gäbe es ja immer so viel zu berichten. z.B. hat ein gemeinsamer urlaub von Kiko und mir im Juni ebenfalls zu einer deutlichen veränderung unserer beziehung geführt. Seitdem ist das eigentlich kaum mehr vorgekommen, dass sie mit Geschrei die anderen einfordert. Nur noch einmal, da durfte nur Heiko ihr die Socken anziehen….sehr entspannend für mich jetzt. Da ich nun im Moment v.a. diejenige bin, die mit ihr die Kindergarteneingewöhnung macht, hat sich unsere beziehung auch nochmal vertieft…..nun ist aber auch das vorbei, denn sie geht schon fast alleine in den Kindergarten, wow!
So, nun aber zum Kaltstart. Da ja nun 2 Kinder unterwegs sind, macht das ja nun nochmehr Sinn zu zweit zu stillen. Bei Kiko hatte ich noch zu viele unbeantwortete frage und es dann nicht gemacht und nun bin ich aber fest entschlossen. Ich habe eine Handpumpe (im Moment 3 mal tgl 2-3 Minuten), trinke milchbildenden Tee (obwohl das anscheinend nix nutzt, wie ich gerade lese) und werde noch Bockshornkleekapseln oder auf websiten empfohlene Medikamente nehmen, die die Milchbildung anregen sollen. Auch eine spezielle Massage soll helfen (bestimmt angenehmer, als die Pumpe). Ein wichtiger Hinweis von unserer Hebamme war: das Oxytozin muss gleichzeitig gebildet werden, also: Stimulation mit der Hand (die Babys machen das , indem sie am Anfang so nuckeln, bevor sie richtig saugen), Fotos, Gedanken (z.B. an den Film vom ersten Stillanlegen der winzigen Kiko, den wir am 3. Geburtstag sahen und der mir regelmäßig die Tränen in die Augen schießen läßt!).
Diesen Artikel fand ich z.B. sehr hilfreich aktuell: http://www.stillen.de/wp-content/uploads/2012/03/KKS-03.2012-Adoptivstillen-D.-Herrmann.pdf
Das erste mal war wirklich der Hammer, der totale Hormonflash in allen Zellen meines Körpers (schließlich ist das ja auch ein sehr erogener Ort), es gab Glücksgefühle und Weinen und oh Wunder sogar einen Tropfen Milch aus einer Brust. Am nächsten Tag gesellte sich zu dem hellbeigen durchsichtigen Tropfen was richtig weißes milchiges, Nun Pumpe ich schon 10 Tage und es kommt nicht viel mehr, manchmal sogar gar nichts. ich bemühe mich, bei all dem entspannt zu bleiben, mich nicht unter Druck zu setzen, denn schließlich ist auch nicht klar, ob es klappen wird, wieviel ich produzieren werde, ob die Babys das mögen und und und. Wenn sie zu früh kommen, wird sowieso alles nochmal ganz anders sein. Die Erfahrung habe ich bei Kiko wenigstens schon gemacht, es kommt immer ganz anders, als wir denken. Einmal hat Kiko den Tropfen abgeschleckt und fand ihn lecker , das war vielleicht ermutigend, dann das braucht jetzt schon ganz schön Disziplin von meiner Seite und bringt mich auch ganz schön durcheinander.
Was mir auch erst klar wurde, als ich mich aufs Pumpen vorbereitet habe…ich werde eine Vollzeitmama sein, so wie eine Mutter mit einem Kind eben. Als Kiko auf die Welt kam, war ich Teil des Teams rund um die stillende Yuriko. Nun sind wir 2 und die beiden Männer sind das Team. Wieviel Zeit bleibt zum Arbeiten, Schlafen etc. bis die Kinder größer sind und nicht mehr gestillt werden ?Alex hat die Frage erst aufgebracht, obs wirklich eine Erleichterung bringt, wenn beideFrauen stillen. Ich denke auf jeden Fall werden wir viel flexibler sein und Yuriko bekommt Entlastung. Ich freue mich schon sehr auf die Kinder, auf das Experiment mit dem Stillen und auf die Stillbeziehung zu Yuriko.
Vorgestern saß ich auf dem Sofa mit der Pumpe an der Brust und Yuriko meinte, was für ein Idyll, sie brütet die Babys (seit 3 Wochen darf sie nur noch liegen und lagert in unserer Küche auf dem Podest), ich pumpe und das Kind spielt.

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